
Pressespiegel
Mit der Restspalterkennung von HÜBNER und Mayser ausgestattete Türen erkennen eingeklemmte Objekte mit einer Wandstärke von nur fünf Millimetern – und öffnen sich wieder.
Viele Millionen Menschen werden täglich mit Fahrzeugen des Nahverkehrs sicher transportiert. Dabei kommt den vollautomatischen Einstiegssystemen eine besondere Bedeutung zu. Seit einigen Jahren sind in der Tagespresse regelmäßig Berichte über Fahrgäste zu lesen, die zwischen sich schließenden Türen eingeklemmt werden. Kaum ein Verkehrsbetrieb, ob kommunal, privat oder staatlich geführt , der nicht bereits mit diesen teilweise gravierenden Unglücksfällen konfrontiert wurde. Es stellt sich die Frage nach Ursachen und präventiven Maßnahmen. Ein Großteil dieser häufig mit schweren Personenschäden verbundenen Unfälle, wären durch geeignete Sicherungssysteme an den Türen zweifellos vermeidbar .
Ein bedeutender Teil der betroffenen Fahrzeuge verfügte über keine oder nur unzureichende Einstiegsüberwachungssysteme. Nicht selten trifft man mittlerweile auf Fahrzeuge, deren Türblätter mit Fingerschutzprofilen auf Gummibasis ausgestattet sind . Diese Fahrzeuge sind meistens aber oft schon 15 Jahre oder länger in Betrieb, und die Fingerschutzprofile verdienen die Bezeichnung eigentlich nicht mehr, da sie Finger und Hände beim Schließvorgang der Tür vor Quetschungen längst nicht mehr schützen. Durch Alter und Witterung sind die Dichtungen knüppelhart geworden und hätten längst durch neue elastische Profile getauscht werden müssen.
Beim überwiegenden Teil der in die Jahre gekommenen Fahrzeuge findet oft die pneumatische Druckwelle, seltener die Motorstromüberwachung und nur gelegentlich optische Sicherungssysteme Verwendung. Die pneumatische Druckwelle ist im Prinzip ein in einem Elastomer-Hohlkammer-Profil integrierter Schlauch. Die Druckwellen werden durch Stauchung des umgebenden Gummiprofils generiert und enden in einer der Türsteuerung vorgeschalteten Auswerteeinheit. Diese Auswerteeinheit wandelt die Signale in solche um, die für die Türsteuerung lesbar sind. Im Dauerbetrieb erwies sich dieses Verfahren aber als sehr störanfällig. Insbesondere die elektronische Auswerteeinheit sowie größere Temperaturunterschiede verursachen Probleme, sodass die Branche auf der Suche nach zuverlässigen Alternativen zur Erkennung im Türbereich eingeklemmter Gegenstände war.
Auf Anregung der Münchner Verkehrsbetriebe entwarfen die HÜBNER GmbH und die MAYSER GmbH & Co. KG - beides arrivierte Entwicklungslieferanten im Bereich ÖPNV-Fahrzeuge, die sensible Türkante. Dieses inzwischen ausgereifte und in der Branche breite Anwendung findende System ist leicht zu montieren und kann einfach in alle synchron schließenden Außenschwingtüren integriert werden.
Grundlage für diese Entwicklung war das europäische Vorschriftenwerk EN 14752 und die deutsche Norm VDV 111. Hierin finden sich unter anderem Ausführungen über den Türschließvorgang, über Schließkräfte und Dimensionierung der Prüfkörper ( 30 x 60mm) , wieder . Probleme mit nicht erkannten Gegenständen treten in der Regel nicht durch größere, sich innerhalb der Normgrößen befindlichen Objekte auf. Meist sind es eher kleinere Dinge wie beispielsweise Kinderwagenrad, ein Portemonnaie oder ein Schlüsselbund, die nicht detektiert werden. Aus diesem Grunde trägt das Hübner-Mayser-System auch den Namen Restspalterkennung (RSE): Das System registriert eingeklemmte Objekte bis etwa fünf Millimeter Wandstärke und meldet diese als Türstörung. Die Türen öffnen sich wieder, oder es wird der Anfahrprozess der Bahn gestoppt.
Geeigneterweise nutzen Verkehrsbetriebe anfallende Hauptuntersuchungen ihrer Fahrzeugflotte oder anstehende Lebenszeitverlängerungsprogramme zur Integration der RSE-Systeme. Der Einbau gestaltet sich in der Regel unproblematisch und wird oft in Eigenregie realisiert. Dabei finden vorhandene elektrische Verkabelungen, zum Beispiel jene der pneumatischen Druckwelle, Wiederverwendung und verbinden die elektrische Schaltleiste der RSE mit der Auswerteeinheit. Diese wiederum lässt sich leicht mit der Türsteuerung verbinden. Generell ist keine Modifikation der Türsteuerungssoftware erforderlich.
Im deutschsprachigen Raum verfügen die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) über die längsten. Außerdem wird das RSE-System unter anderem bei der Hamburger S-Bahn, bei den Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sowie in Frankreich, in den Niederlanden, in Dänemark und in den USA eingesetzt. Auch führende Türenhersteller bieten das System inzwischen optional an. Die DB AG entschloss sich kürzlich zum Kompletttausch der Druckwellen aller ICE/ICT-Züge durch das RSE-System. Auch stehen in Kürze Umrüstungsmaßnahmen innerhalb der Doppelstock- und Regio-Wagenflotte an. Bei Neufahrzeugbestellungen legt ein Großteil der Verkehrsbetriebe mittlerweile großes Gewicht auf diese Thematik und definiert in technischen Lastenheften die RSE-Detektion, um letztlich den Passagieren ein wirklich sicheres Ein-, und Aussteigen zu ermöglichen.
Dipl. Ing.
Ralf Waibel