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Tradition hilft bei Auftrag

 

Thyssen-Krupp modernisiert Fluggastbrücken, die in Kassel hergestellt wurden

 

KASSEL. Wer schon einmal von Frankfurt aus geflogen ist, hat sie höchstwahrscheinlich auf den letzten Metern bis zum Flugzeug benutzt. Fluggastbrücken von Thyssen-Henschel (später Thyssen-Krupp Airport Systems) aus Kassel waren bis 2001 ein Markenzeichen. Genau 869 dieser mit viel Technik ausgestatteten Verbindungen zwischen Flugzeug und Abflughalle wurden seit 1968 hergestellt. Dann war Schluss, die Fertigung der Fluggastbrücken wurde nach Spanien verlagert. Am Standort Kassel blieb nur eine Restmannschaft für Montage, Service und Vertrieb. Jetzt sind nach langer Zeit wieder zwei Fluggastbrücken auf dem Gelände Mittelfeld in Rothenditmold. „Ein tolles Gefühl, das viele Erinnerungen weckt“, sagt der Thyssen-Betriebsratsvorsitzende Günter Simon, der schon seit 47 Jahren dabei ist. Hintergrund für die Rückkehr der beiden Fluggastbrücken, die vor 14 Jahren in Kassel gebaut wurden, ist ein Wartungs- und Modernisierungsauftrag der Fraport AG.

 

Erfahrene Mitarbeiter
„Wir haben uns bei der Ausschreibung gegen internationale Konkurrenz durchgesetzt“, sagt Alexander Pfurr, der Geschäftsführer von ThyssenKrupp Elevator (ES/PBB) GmbH, Operating Unit Escalators & Passenger Boarding Bridges. Und was noch viel wichtiger ist: Die Fraport AG plant die Modernisierung weiterer Brücken. „Wir wollen auch diese Aufträge nach Kassel holen“, sagt Niederlassungsleiter Klaus Hahn. Jetzt bewährt es sich, dass ein Stamm von erfahrenen Mitarbeitern auch nach dem Ende der Produktion in Kassel gehalten wurde.


 

Wir kennen uns doch, vom Gefühl her sind wir alle immer noch Henschelaner.“
G Ü N T E R  S I M O N , V O R S I T Z E N D E R  B E T R I E B S R A T

Seit Dezember werden die beiden Brücken in ehemaligen Transrapidhallen von Bombardier modernisiert. Trotz unterschiedlicher Unternehmen klappt die Zusammenarbeit. „Wir kennen uns doch, vom Gefühl her sind wir alle immer noch Henschelaner“, sagt Betriebsrat Günter Simon. Das erleichtert auf dem ehemaligen Henschel-Gelände vieles. Wenn das Wetter mitspielt, sollen die Fluggastbrücken in der kommenden Woche zurück nach Frankfurt transportiert werden. Sie sind dann runderneuert und mit moderner Technik ausgestattet. Zum
Beispiel mit einer Anlage zur Stromversorgung der angedockten Flugzeuge und Sicherheitseinrichtungen zur Fahrwerksüberwachung. Zudem haben sie eine neue Außenlackierung von der Firma König aus Vellmar und neue Faltenvordächer von der Firma Hübner aus Kassel. Auch dort hofft man, dass weitere Aufträge kommen.

 

Quelle: Thomas Siemon, HNA